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In
diesem Bericht möchte ich den Bau meines Terris etwas beschreiben. Vielleicht
findet der ein oder andere Tipps für sein eigenes im Bau befindliches Becken.
Zunächst
meine Ansprüche :
Möglichst groß sollte es
sein, gestaltete Felswände und viele Kletteräste sollten hinein, ein
Wasserfall mit sich unten anschließendem Wasserbecken sollte vorhanden sein
sowie üppige Bepflanzung. Und last but not least musste es pflegeleicht sein.
Daneben sollte die benötigte Technik soweit wie möglich im Verborgenen
bleiben.
Ich begann mit stundenlangem
Studium von Internetseiten über Baubeschreibungen anderer Terrarianer. Aus
diesen Berichten suchte ich mir das für mich Sinnvollste heraus und begann
meine Planung.
Der Standort des Beckens gab
mir die Größe vor. Die Maße sollten 600mm x 600mm x 1100mm (BxTxH) sein. Über
dem Becken schließt sich ein Raum von 300mm Höhe an, der die Beleuchtung
sowie die Heizung aufnehmen sollte, zum Becken nur durch die Drahtgaze
getrennt. Unter dem Becken schließt sich ein Raum von ebenfalls 300mm Höhe
an, der die ganzen Zeitschaltuhren, den Thermostaten und das Wasserbecken mit
der Pumpe aufnehmen sollte. Der Rest dieses Raumes wird für die
„Utensilien“ der Pflege benutzt. Zudem steht das Terri auf Rollen, um es für
Wartungsarbeiten oder ähnliches aus der Ecke schieben zu können.
Summa summarum ergab sich
daraus ein Gestell von 1.960mm Höhe und 660mm im Quadrat. Dieses Gestell habe
ich aus Kostengründen nicht aus Alu-Profilen, wie sie bei www.aluterra.de
und www.3d-plastic.de angeboten
werden, sondern aus 30mm Stahlvierkantrohr mit 2mm Wandstärke geschweißt. Für
die drei nötigen Böden habe ich aus Flachstahl kleine Ecken in die
entsprechenden Rahmen eingeschweißt, auf denen diese dann zu liegen kommen.
Die Rollen hatte ich noch „herumliegen“.
Nachdem
das Gestell geschweißt und mit Hammerite Hammerschlag Silbergrau gestrichen
war, wurden die zwei Rückwände, die nachher an der Wand sein würden,
eingesetzt. Dafür verwendete ich einfache 13mm Spanplatten, die ich auf der
Innenseite mit einer Grundierung und auf der Außenseite mit schwarzer Farbe
versehen habe. Als Farben habe ich Acrylfarben auf Wasserbasis verwendet. Zum
Einen weil Acrylfarben das Material nahezu Wasserresistent machen und zum
Anderen weil es kaum eine Geruchsbelästigung gibt.
Als Beckenboden habe ich eine
18mm starke Multiplexplatte gewählt und ebenfalls schwarz gestrichen.
Multiplex deshalb, weil dieses Holz von vornherein so gut wie wasserresistent
ist, zudem sehr stabil und leicht zu bearbeiten. Vor dem Einsetzen habe ich
ein Loch von etwa 280mm Durchmesser an die Stelle des Bodens gesägt, wo
nachher die zentrale Pflanze hineingesetzt werden sollte. Das Loch deshalb,
damit ich den Pflanzentopf in den Boden absenken konnte, was der Gestaltung
der Inneneinrichtung sehr entgegen kommt. Ich musste nämlich den Topf nicht,
wie andere es beschrieben hatten, verkleiden, sondern konnte einfach durch das
Absenken den Bodengrund bis zum Topfrand hoch auffüllen, wodurch dieser überhaupt
nicht mehr zu sehen ist. Unten habe ich den Topf einfach auf das runde ausgesägte
Stück gestellt, das mit einer entsprechend langen Stütze auf den untersten
Boden geschraubt ist.
Auf die Rückwände habe ich
dann mit Styroporkleber aus dem Baumarkt Styroporplatten geklebt (dafür ist
die Grundierung notwendig, sonst hält es nämlich nicht). Auf diese wiederum
habe ich die Orte für die Blumentöpfe und den Wasserfall eingezeichnet,
anschließend die Töpfe auf die Wand aufgebracht ( Silikon ) und mit
Styroporstücken verkleidet. An der Stelle des Wasserfalls habe ich in die
Mitte die Rille für den Wasserschlauch mit Nitroverdünnung geätzt. Den nötigen
Wasserschlauch habe ich dann in die Rille geklebt ( Silikon ) und am Boden
nach dem Bohren eines entsprechenden Loches durch dasselbe in den unter dem
Becken befindlichen Raum geführt. Jetzt kam die Heißluftpistole zum Einsatz,
mit der ich die Wände dann nach meinen Wünschen geformt habe. Als
Nebeneffekt wird durch die Bearbeitung mit der Heißluftpistole die
Styroporoberfläche sehr rau, was für die weitere Gestaltung sehr gut ist.
Nun
habe ich die Doppel-U Schienen für die Glastüren in die dafür vorgesehenen
zwei Rahmen geklebt. Das musste deshalb schon jetzt sein, weil ich die
„Felsgestaltung“ der anderen Seiten bis an die Schienen heran modellieren
wollte. Übrigens habe ich auch seitlich Schienen angebracht, damit das Terri
dicht ist.
Für die Belüftung des
Beckens verwendete ich 50mm breite Lochblechstreifen, die ich mittels Silikon
(was sonst) und kleinen Kunststoffwinkelleisten in die dafür vorgesehenen Öffnungen
eingesetzt habe.
Als nächstes habe ich das
Wasserbecken unten ( eine Tupperdose ) eingesetzt. Durch den Boden derselben
und den Terriboden habe ich dann ein Loch gebohrt und mit Muffen und
Verschraubungen aus dem Sanitärbereich einen Durchfluß eingeschraubt, durch
den das Wasser dann in das untere Becken mit der Pumpe gelangt. Nach oben muss
man einen Rand lassen, damit auch ein wenig Wasser im Becken stehen bleibt.
Dies habe ich erreicht, indem ich eine Überwurfmutter aufgeklebt habe, die am
Ende nicht mehr zu sehen ist. Die Tupperdose habe ich dann auch mit Styroporstücken
verkleidet.
Jetzt
begann die echte Sauerei. Die Rückwände und das Wasserbecken wurden nun mit
Fliesenkleber bestrichen. Ich benutzte den billigsten Fliesenkleber aus dem
Baumarkt zum Anrühren ( Hellweg 25 kg für 4,50 € ). Diesen lässt man dann
etwa einen bis zwei Tage trocknen. Nach der Trocknung kann man den hässlich
grauen Fliesenkleber dann mit Acrylfarben nach Herzenslust streichen. Ich persönlich
habe alles mit einem Mittelgrau, Ocker, Grün und Braun Felsenartig gestaltet.
Dort, wo am Ende ständig
Wasser laufen sollte, also der Wasserfall und das Wasserbecken nebst Rand,
habe ich noch zur absoluten Wasserresistenz Epoxydharz aufgebracht. Vorher
habe ich noch für natürlicheres Aussehen in die Tupperdose Kiesel und ein
wenig Kies gefüllt. Das Harz habe ich ebenfalls aus dem Baumarkt (
KfZ-Bereich ). Es ist von der Firma Presto. Ich habe also die entsprechenden
Stellen mit dem Harz gestrichen und am Schluss das Wasserbecken mit dem Kies
soweit mit Harz aufgefüllt, bis es eine glatte Oberfläche hatte. Dies hat
den Vorteil, dass man eine glatte Fläche hat und das Becken zur Säuberung
einfach nur auswischen muss.
Damit weder Terri-Tiere noch
Futtertiere verschwinden können, habe ich ein wenig Drahtgaze genommen,
zurecht geschnitten und mit Harz über die obere Schlauchöffnung und den
Abfluss im Becken unten geklebt.
Als
nächstes habe ich ein weiteres Loch in den Boden gebohrt, durch welches die
Bodenheizung in Form eines Heizkabels Eingang in das Terri fand. Auf ein
abgegrenztes Stück des Terri-Bodens goss ich eine dünne Schicht Gips. Nach
der Trocknung klebte ich dort in Schlingenform das Heizkabel auf. Darauf kam
dann noch eine Schicht Gips. Durch diese Konstruktion erreicht man eine schöne
gleichmäßige Wärmeverteilung und keines der Tiere kann in irgendeiner Form
an das Heizkabel gelangen. Falls das Heizkabel mal defekt sein sollte, kann
man einfach den ganzen Gipsblock aus dem Terri nehmen und ein neues
einbringen.
Als letztes Loch musste nun
noch das für den Thermostatfühler gebohrt werden. Als Thermostat verwendete
ich den Thermotimer. Die Kabellänge des Fühlers reichte bei mir nicht aus.
Ich habe einfach ein passendes Stück zweiadrigen Klingeldraht eingelötet, da
das Fühlerkabel auch nur ein einfaches zweiadriges Kabel ist.
Nun
stand es an, die Drahtgaze zur Trennung des Terri zum Lampen- und Heizungsraum
anzubringen. Dies bewerkstelligte ich, indem ich die Gaze mit Silikon
aufklebte und darauf eine schmale Kunststoffleiste, damit ich die Gaze andrücken
konnte.
Die Glastüren habe ich aus
4mm Fensterglas auf Maß zuschneiden lassen und eingesetzt.
Es war nun an der Zeit, die
Seitenwände am oberen Raum und zwei am unteren Raum einzupassen. Es fanden
wieder 13mm Spanplatten Verwendung, die Gestrichen wurden. Für den Zugang
unten wurden an zwei Seiten die Doppel-U Schienen aufgeklebt und dann Schiebetüren
aus 4mm Sperrholz eingesetzt. Den Zugang zu dem Raum oben habe ich über den
„Deckel“, der Hochklappbar angebracht ist.
An
drei Seitenwänden habe ich je eine 15W Leuchtstoffröhre mit UVA und
UVB-Anteil nebst Betriebseinheit installiert, an der vierten Wand befinden
sich zwei 75W Infrarot-Heizlampen, um auch abends nach „Sonnenuntergang“
beobachten zu können. An der Decke befinden sich noch zwei 60W Osram
Punktstrahler mit 30° Abstrahlwinkel und ein 150W-Keramik-Heizstrahler, der
über den Thermotimer gesteuert wird. Die Leuchtstoffröhren, die Spots und
die Rotlichtlampen werden jeweils einzeln über Zeitschaltuhren gesteuert, um
einen „Sonnenauf- und Sonnenuntergang“ zu simulieren.
Die erforderlichen Kabel von
oben habe ich per Kabelkanal schön verlegt und nach unten geführt.
Im
unteren Raum wurden 8 Feuchtraum-Aufputzsteckdosen installiert, die die
Schaltuhren und den Thermotimer aufnehmen. Daneben befindet sich dort auch
noch eine 10 Liter Curver-Schüssel ( Baumarkt ), in der die Pumpe steht für
den Wasserfall. Die Pumpe (am besten eine Regelbare ) liegt im Wasser und wird
mit dem Schlauch verbunden, der in der Rückwand eingearbeitet ist. Über den
anderen Schlauch läuft das Wasser wieder aus dem Wasserbecken im Terri in die
Schüssel zurück.
Individuell ist natürlich die Glasverkleidung, die ich am oberen Teil
angebracht habe. Man kann das Terri auch ganz ohne Verkleidung lassen.
Eigentlich
fehlte jetzt nur noch die Einrichtung. Als Bodengrund wählte ich Blumenerde,
die ich mit Torf gemischt habe. Dazu ein paar Kurze Bambusrohrstücke und
Steine. Kletteräste bestehen aus einer Mangrovenwurzel und ca. 15m
Bambusrohr, welches ich in alle möglichen Richtungen angebracht habe. Die
Zentrale Pflanze ist ein ca. 1m großer Scindapsus, den ich von seinem
Kletterstamm gelöst habe und um die Bambusrohre gelegt habe. Außerdem findet
sich am Boden noch eine Sanseverie. An den Wänden befinden sich Ficus pumilio,
sowie verschiedene Tillandsien, die ich mit einfachem Heißkleber angebracht
habe und durch die mit Freude „geklettert“ wird.
So
eingerichtet habe ich eine ständige relative Luftfeuchtigkeit von etwa 60 %.
Nachts steigt sie aufgrund des täglichen Sprühen auf etwa 85-90 %. Es
herrscht ein Temperaturgefälle von oben nach unten von etwa 32°C bis 24°C
tagsüber und 24°C bis 18°C nachts.
Die Pflanzen gedeihen
ausgezeichnet und wachsen sehr gut.
In
diesem Terri pflege ich Phelsuma laticauda laticauda 1,1
, Anolis
sagrei 1,2
, Anolis caroliensis 1,2
, Tarentola mauritanica 1,1.
Die Tiere fühlen sich
absolut wohl und schreiten auch zur Paarung. Es gibt keinerlei Aggressionen
und nur wenige Drohgebärden.
Die
Tarentolas sind vorwiegend Nachtaktiv, verziehen sich also Tagsüber und „räumen“
Nachts alles weg, was die anderen übrig gelassen haben.
Die Anolis sagrei kommen meist nur nach oben, um sich aufzuwärmen und
bewohnen dann den etwas tiefer liegenden Teil des Terri. Die
Anolis caroliensis und die Phelsumen sind überwiegend in den oberen Gefilden
zu finden und vertragen sich prächtig.
Durch diese Zusammensetzung
haben meine Frau und ich immer „Stimmung“ im Terri und es macht Spaß, die
Tiere zu beobachten.
Ich möchte noch erwähnen, daß
alle nötigen Materialien bis auf das Vierkantrohr in Baumärkten erhältlich
ist. Das Vierkantrohr habe ich aus einer Schlosserei bezogen.
Für die Terrarientechnik kann
ich Dani´s Reptipage www.reptishop.de
empfehlen. Gute Preise und vor allem schnelle
Lieferung.
Die Gesamtkosten für mein
Terri beliefen sich auf etwa 850 €.
Eventuelle
Fragen beantworte ich gerne. Hier meine E-Mail Adresse: Ake_Bono@web.de
Bericht und Fotos: Stefan Arnold
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