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Blepharopsis
mendica
kommt in heißen, trockenen Gebieten im Nahen Osten, Nordafrika und auf den
Kanarischen Inseln vor. Die kleinen Larven sind im allgemeinen rotbraun gefärbt,
größere Larven sind hellbraun gescheckt, teilweise mit leichtem Grünstich.
Die Adulti weisen ein schönes grün-weißes Muster auf. Weibchen erreichen
bei guter Fütterung und hohen Temperaturen eine Größe von bis zu 7cm, Männchen
bleiben mit 6cm etwas kleiner. Die Männchen sind gut an Ihren doppelt gekämmten
Antennen zu erkennen. Beide Geschlechter sind prinzipiell gut flugfähig, bei
gut gesättigten Weibchen reichen die Flugkünste jedoch nur noch zum
Sturzabfang.
Haltung: Die im Moment in Deutschland vorhandenen Zuchtstämme kann man
das ganze Jahr über sehr heiss und trocken halten. Ich habe schon bei kleinen
Larven Kannibalismus erlebt, wer auf Nummer sicher gehen will, sollte die
Tiere also frühzeitig trennen. Spätestens die adulten Weibchen müssen
separiert werden, da sie sehr gefräßig sind und auch vor Artgenossen keinen
Halt machen. Blepharopsis mendica weist keine Haftscheiben an den Tarsen auf,
so daß genug "rauhes" Material (Zweige, Fliegengitter, etc.) im
Terrarium vorhanden sein sollte, an dem die Tiere klettern können. Glaswände
können sie nicht erklettern. Es empfiehlt sich, das Terrarium mit einer
Leuchtstoffröhre zu beleuchten, da es die Tiere gern sehr hell haben. Die Abwärme
der zugehörigen Drossel heizt dabei gleichzeitig das Terrarium und erzeugt
die erforderlichen Temperaturen von 35-40C. Nachts sollten die Temperaturen
nicht unter 23C fallen. Eine Nachtabsenkung auf 23C scheint sich jedoch
positiv auf die Lebenserwartung auszuwirken.
Paarung: Zur Paarung setzt man ein Pärchen in einem ausreichend großen
Terrarium ( > 20x20x30) zusammen, evtl. muß die Temperatur zur Stimulation
des Männchens auf ca. 45C erhöht werden. Entgegen anderslautender Angaben in
der Literatur, daß Männchen sehr schnell paarungsmüde werden, habe ich auch
schon Männchen 3 Monate nach der Imaginalhäutung verpaaren können. Es kann
unter Umständen etliche Stunden (Tage?) dauern, bis die Paarung beginnt. Das
Männchen nähert sich dabei vorsichtig dem Weibchen. In unregelmäßigen Abständen
ist ein Zittern des einen oder anderen Tieres zu beobachten, was
wahrscheinlich zur Beruhigung und Stimulation des jeweiligen Partners beiträgt.
Die Paarung selbst nimmt mehrere Stunden in Anspruch, danach springt das Männchen
vom Weibchen und flüchtet. In der Enge des Terrariums überlebt das Männchen
die anschließende Flucht oft nicht und dient so gleich dem Nachwuchs als
Subtanz.
Die Ootheken werden bei Temperaturen über 30C ohne Besprühen
gezeitigt. Nach 4-5 Wochen schlüpfen dann 20-60 Larven. Kleine Blepharopsis
Larven werden mit Drosophila gefüttert, danach Fliegen, es wird aber auch
eine Vielzahl anderer Beutetiere gern angenommen. Die Luftfeuchte braucht nie
künstlich (durch sprühen, etc.) erhöht werden, da die Tiere auch mit einer
relativen Luftfeuchte unter 30% problemlos auskommen (evtl. Ausnahme:
Kanarische Zuchtstämme).
Bemerkung: Alle Erfahrungen dieses Berichts wurden mit einem Zuchtstamm
aus Hurghada/Ägypten erworben. Da es in diesem Gebiet in den letzten 100
Jahren gerade zweimal geregnet hat, sind dortige Tiere sehr gute an extreme
Trockenheit angepaßt. Insofern können die optimalen Haltungsbedingungen für
Zuchtstämme aus anderen Gebieten etwas variieren.
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